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Die Geschichte der Osteopathie

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Landarzt Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) die Osteopathie, die er 1874 erstmalig der Öffentlichkeit vorstellte. Mit der Eröffnung der ersten Schule für Osteopathie (American School of Osteopathy) in Kirksville, Missouri, USA wurde der Begriff „osteopathy“ geprägt.

Still verbrachte die ersten Jahrzehnte seines Lebens in der wilden Natur an der Grenze zum Westen der USA und eignete sich dabei ein einzigartiges funktionelles Anatomiewissen an.

Als 1864 innerhalb weniger Tage drei seiner Kinder an einer bakteriellen Hirnhautentzündung und kurz darauf das vierte Kind an einer Lungenentzündung verstarben, obwohl Still dafür die besten Ärzte und Geistliche konsultiert hatte, wandte er sich fortan von der damals etablierten „heroischen Medizin“ und sämtlichen religiösen Konstitutionen ab.

Er begann seine Kenntnis in funktioneller Anatomie zu perfektionieren und sich mit den geistigen Strömungen seiner Zeit zu beschäftigen, unter anderem mit dem „Knochensetzen“ der Shawnee-Indianer.

Still erkannte, dass jeder Mensch einen Selbstheilungsmechanismus in sich trägt. Dieser ist abhängig von ungestörter Ver- und Entsorgung des Körpers mit Blut und Lymphflüssigkeit.

Kommt es zu einer Blockierung in diesen Bahnen, wird auch der Selbstheilungsmechanismus blockiert und die betroffene Struktur erkrankt.

„Osteopathie“ bedeutet wörtlich übersetzt „Knochenleiden“, abgeleitet von Osteon = Knochen und pathos = Leiden.

Für Still war mit dem Begriff „osteo“, nicht nur der Knochen, sondern auch das Binde- und Stützgewebe, die Muskeln, die Sehnen und die Faszien gemeint, da all diese Strukturen ihren Ansatz am Knochen haben. Der Knochen ist seiner Ansicht nach der Ausgangspunkt, von dem die Ursache aller pathologischer Zustände im Körper ausgeht.

Als das Zentrum der Ver- und Entsorgung mit Blut und Lymphflüssigkeit sah Still die Wirbelsäule an. Er ging davon aus, dass Fehlstellungen der Wirbelkörper die umliegenden Nerven und Gefäße behinderten würden. Mit Mobilisation und weicher Manipulation („Einrenken“) versuchte Still, die Gelenke in ihre individuelle Stellung zu bringen.

Auf diesen Grundlagen entwickelte Still sein ganzheitliches Behandlungskonzept.

Heute wird Stills Behandlungsansatz zur parietalen Osteopathie gezählt, das heißt zur Diagnose und Behandlung von Knochen, Gelenken, der Wirbelsäule, der Muskeln und Bänder sowie deren funktionellen Zusammenhänge.

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Siegmund Pandel
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